Das Desktop-Dashboard aus dem ersten Teil ist meine Zentrale. Für den Rest der Familie ist es zu viel. Meine Partnerin will wissen, ob die Haustür zu ist, und das Licht im Wohnzimmer ausmachen. Die Kinder wollen ihr Zimmer schalten und sonst nichts, und sie sollen auch sonst nichts können. Und wer nach Hause kommt, will im Flur mit einem Blick sehen, ob alles in Ordnung ist, ohne das Handy zu zücken. Daraus sind zwei Oberflächen geworden, die denselben Kern haben. Eine App fürs iPhone, die jeden Nutzer anders behandelt, und ein Wandtablet im Flur als Kommen-und-Gehen-Zentrale.
Die App fürs iPhone
Die Companion App von Home Assistant kann ein beliebiges Dashboard als Standard auf dem Gerät setzen. Genau das nutze ich. Das Dashboard heißt „Zuhause“, besteht aus einer einzigen Ansicht im Panel-Modus, und in dieser Ansicht liegt eine Karte, die den ganzen Bildschirm einnimmt. Kopfzeile und Seitenleiste von Home Assistant sind über Kiosk Mode ausgeblendet. Was bleibt, sieht aus wie eine App und fühlt sich auch so an, mit fester Leiste unten, Wischen zwischen den fünf Seiten und Bottom-Sheets für Dialoge.

Die Karte folgt dem Hell- oder Dunkelmodus des Profils, alle Farben sind Variablen desselben Themes wie im Desktop. Sie zeichnet nur neu, wenn sich eine Entität ändert, die auf der aktuellen Seite zu sehen ist. Das klingt nach Kleinkram, ist auf dem Handy aber der Unterschied zwischen einer App, die sich flüssig anfühlt, und einer, die beim Scrollen springt.



Ein Sensor rechnet, die App liest
Das Wichtigste an dieser App steht nicht in der App. Der Satz „Alles ruhig, Fenster und Türen sind zu, sieben Lichter brennen“ kommt aus einem Template-Sensor in Home Assistant, dem Haus-Check, der jede Minute die Lage berechnet und als Zustand, Satz und Punkteliste bereitstellt. Die App zeigt ihn nur. Dasselbe gilt für die Nachtwache in der Halle, die ihre Lage und ihr Protokoll ebenfalls als Sensor liefert. Das hält die Karte klein und sorgt dafür, dass das Wandtablet, die Küche und der Desktop exakt dieselben Worte benutzen. Wenn ich die Logik ändere, ändere ich sie einmal.
Rollen, die im Haus Sinn ergeben
Home Assistant kennt für normale Nutzer keine Rechte je Gerät. Entweder jemand ist Administrator oder er darf alles bedienen, was er sieht. Für eine Familie mit vier Kindern ist das nichts. Also gibt es in der App drei Rollen, die an der Nutzerkennung von Home Assistant hängen.
| Rolle | Wer | Darf | Darf nicht |
|---|---|---|---|
| Eltern | Meine Partnerin und ich | Alles, inklusive Heizung stellen, Tür öffnen, Nachtwache schalten | Technikseiten sieht nur mein Konto |
| Kinder | Drei Konten | Eigenes Zimmer und die Gemeinschaftsräume, Tür auf- und abschließen, Heizung ansehen | Tür öffnen, fremde Zimmer, Heizung stellen, Batterien der anderen sehen |
| Geräte | Küchen- und Flur-Tablet | Alle Räume außer Technik und Mietwohnung, Tür öffnen, weil sie im Haus hängen | Einstellungen |
Das ist Bedienführung, kein Schutz. Wer die Karte im Browser umbaut, sieht auch die anderen Räume. Geschützt sind nur die Aktionen, die zählen, und die laufen über Skripte auf dem Server. Haustür abschließen, aufschließen und öffnen sind drei Skripte in einem Paket, die prüfen, welcher Nutzer sie aufruft. Ein Kind, das die Haustür öffnen will, bekommt eine Ablehnung, und ich bekomme einen Push. Ein verlorenes Kinder-Handy soll keine Haustür öffnen, das war die Regel, aus der alles andere folgt.


Wie ich das teste, ohne mein Kind zu fragen
Als Administrator kann ich die App mit ?als=Nutzerkennung in der Adresse so öffnen, wie eine andere Person sie sieht. Für alle anderen ist der Parameter wirkungslos, es gibt also keinen Weg zu mehr Rechten. Mein Prüfskript ruft die Kinder-Sicht bei jedem Umbau auf und listet, welche Räume erlaubt und welche gesperrt sind. Die Tür-Skripte habe ich dagegen nie mit einem echten Kinderkonto am echten Schloss ausprobiert. Schutzlogik testet man nicht am Aktor.
Alles aus, Gute Nacht, Ich gehe
Die vier Knöpfe unter dem Haus-Check sind der Grund, warum meine Familie die App benutzt. Keiner davon schaltet blind. Jeder öffnet ein Sheet, das sagt, was gleich passiert, und wartet auf ein Ja.



„Ich gehe“ hat zwei Fassungen. Bleibt jemand zu Hause, gehen nur das eigene Zimmer und die eigenen Geräte aus. Ist die Person die letzte im Haus, kommt die große Fassung, und nach dem Ja startet ein Skript, das wartet, bis die Haustür zugefallen ist, dann zwei Minuten, und nur abschließt, wenn dann wirklich niemand mehr im Haus ist. Kommt in der Zeit jemand heim, passiert nichts. Diese zwei Minuten haben mich vor mehr Ärger bewahrt als jede Automation davor.
Heizung am Handy, nur für Eltern
Die Heizungsseite zeigt Puffer, Vorlauf, Warmwasser und Verbrauch. Eltern bekommen darüber zwei Stepper, einen für die Verschiebung der Heizkurve um bis zu fünf Grad und einen für das Warmwasser-Ziel, plus die beiden Schalter für Heizen und Warmwasser. Der Stepper sammelt Tipper zweieinhalb Sekunden lang, bevor er sendet, damit aus fünf Tippern ein Befehl wird. Auch hier laufen die Befehle über geprüfte Skripte mit begrenzten Werten, nicht direkt an die Wärmepumpe. Wer die ganze Anlage sehen will, springt in die Heizungskarte des Desktop-Dashboards und kommt über die Leiste zurück.


Das Wandtablet im Flur
Neben der Haustür hängt ein Fire Max 11. Es ist ein günstiges Tablet mit einem guten Bildschirm und einem schlechten Betriebssystem, und es hat einen Haken, den man vorher wissen sollte. Der Browser darin ist ein Chromium 116 von Amazon, und der lässt sich nicht tauschen. Alles, was auf dem Tablet läuft, muss mit dieser Version funktionieren. Die Karte tut das, weil sie ohne Framework und ohne neue Sprachfunktionen geschrieben ist.

Das Tablet wacht auf, wenn man es antippt oder wenn der Radar des Sensor-Hubs im Flur jemanden erkennt. Ein Bewegungsmelder wäre naheliegender gewesen, aber der flattert in diesem Flur, der Radar nicht. Nach 90 Sekunden ohne Präsenz fällt es ins Ruhebild zurück. Die Helligkeit regelt ein kleines Paket in Home Assistant nach Tageszeit und Zustand, das Laden steuert eine Steckdose zwischen 25 und 80 Prozent Akku, damit das Ding nicht dauerhaft am Netz hängt.




Die Flur-Karte ist technisch eine Erweiterung der Handy-Karte. Das Build-Skript nimmt zuerst die Quellen der Mobil-Karte, den gemeinsamen Kern mit Räumen, Haus-Check, Dialogen und Tür-Skripten, und legt dann Ruhebild, Radar, Querformat und die Gesichterauswahl obendrauf. Wenn ich im Kern etwas repariere, haben es beide.
Was ich am Fire Max 11 abgeschaltet habe
Fire OS schützt viele seiner Pakete, ein normales Deaktivieren scheitert. Was geht, ist Einfrieren per ADB, und so sind 45 Pakete aus, zwölf davon eingefroren, darunter Werbung auf dem Sperrbildschirm, Metriken und die automatischen Updates. Das Tablet läuft mit Fully Kiosk Browser, die Start-URL zeigt auf das Flur-Dashboard, und nach jedem Umbau der Karte leert ein Knopf in Home Assistant den Browser-Cache und lädt die Seite neu. Ein Screenshot vom echten Gerät kommt ebenfalls über Fully in Home Assistant an, so weiß ich, was an der Wand wirklich zu sehen ist.
Optisch bearbeiten, direkt in Home Assistant
Eine Frage, die mir oft gestellt wird, ist, ob so eine Karte nur über Code zu pflegen ist. Seit September nicht mehr. Beide Karten haben einen Editor, der im Dashboard-Editor von Home Assistant erscheint, wenn du die Karte antippst. Er ist aus dem Formular-Baustein von Home Assistant gebaut, deshalb sind die Felder dieselben Entitäts-Picker, die du aus jeder Integration kennst, gruppiert nach Grundlagen, Haustür, Heizung, Personen, Mehr und Rollen. Die Rollen kommen aus der Nutzerliste, du wählst je Nutzer eine Rolle, eine Person und ein eigenes Zimmer.

Fehlen die Pflichtangaben, zeigt die Karte statt eines Fehlers einen Einrichtungshinweis mit der Liste, was noch fehlt. Wer die Karte mit dem Assistenten aus dem ersten Teil einrichtet, sieht den Hinweis nie, weil der Assistent alles auf einmal einträgt.
Für dein Haus
Beide Karten sind Teil des Downloads, den ich im ersten Teil vorgestellt habe. Der Assistent legt die Dashboards für Handy und Flur an, trägt Wetter, Außentemperatur, Personen, Schloss und Kameras ein, findet die Akkus der Handys über die Geräte der Personen selbst und schreibt dir das Paket mit dem Haus-Check und den geprüften Tür-Skripten, das du nur noch nach /config/packages legst. Ohne Schloss lässt die Karte die Türknöpfe weg, ohne Wärmepumpe die Heizungsseite. Sie zeigt, was da ist. Wie die Einrichtung Schritt für Schritt geht, steht im Wiki.
Companion App. Dashboard öffnen, Menü oben rechts, „Als Standard auf diesem Gerät“. Bewusst je Gerät, nicht systemweit, sonst kippt auch der Rechner auf die Handy-Ansicht. Für das Wandtablet trägst du den Pfad des Flur-Dashboards als Start-URL im Kiosk-Browser ein.
Woran ich noch arbeite
- Die Kiosk-Sperre am Flur-Tablet ist noch aus. Solange die Kinder den Home-Knopf finden, ist das Tablet ein Tablet.
- Der Ablehnungsweg der Tür-Skripte ist im Code belegt, aber nie mit einem echten Kinderkonto an einem Ersatzschalter durchgespielt.
- Die Ambientelampe im Wohnzimmer ist seit Weihnachten nicht mehr im Zigbee-Netz. Sie steht deshalb auf der Liste der bewusst ausgesteckten Leuchten, damit der Haus-Check nicht jeden Tag daran erinnert.
Was es gebracht hat
Meine Familie bedient das Haus, ohne dass ich erkläre. Vier Knöpfe, die vorher sagen, was sie tun, reichen. Der Haus-Check als Satz hat mehr bewirkt als jede Automation, weil niemand mehr rät, ob die Tür zu ist.
Rollen im Dashboard sind Komfort, Rollen im Skript sind Schutz. Wer beides trennt, kann die Oberfläche frei bauen und schläft trotzdem ruhig.
ITSWEBER Dashboards herunterladen
Assistent, vier Karten, zwei Themes und Paket in einem ZIP. Kostenlos für den privaten Einsatz, ohne Konto, ohne Telemetrie.
Zum Download Teil 1 lesenScreenshots vom 26. September 2026 aus meinem System, iPhone-Größe 393 mal 852 Punkte, Flur-Tablet 1503 mal 901. Gesichter, Kamerabilder, Entfernungen und Aufenthaltsorte sind verpixelt, die Geräterahmen sind gezeichnet. Die Karten wurden mit Claude Code gebaut, das Konzept der Rollen, die Regel mit den zwei Minuten und die Entscheidung gegen ein Klingelbild neben der Tür sind meine.
