In der Küche passiert bei uns das meiste. Dort wird gekocht, dort klingelt es, dort fragt jemand, ob die Wärmepumpe läuft, und dort steht seit dem 16. September ein Tablet in einem Lautsprecher-Dock, das genau diese Fragen beantwortet. Es war nicht mein erster Versuch. Vorher hing dort ein kleines rundes Drehdisplay, das ich mit ESPHome gebaut hatte und das nach fünf Fassungen einfach zu klein war. Das Tablet ist der Ersatz, und es ist das Dashboard, das die Familie am häufigsten anfasst.
Das Gerät
Ein Whitedeer A10PRO, unter der Haube ein URAO A10Max mit Allwinner-Chip, 4 GB RAM, 64 GB Speicher, 1280 mal 800 Pixel und Android 15. Verkauft wird es als Tablet mit magnetischem Lautsprecher-Dock, und genau das Dock war der Grund. Das Tablet klebt magnetisch daran, lädt darüber und soll darüber sprechen. Es ist kein gutes Tablet. Es ist ein guter Bildschirm mit Lautsprecher für 130 Euro, und mehr braucht die Küche nicht.
Eingerichtet habe ich es fast komplett per ADB vom Rechner aus. 36 Pakete abgeschaltet, das Google-Konto entfernt, die Companion App in der Minimal-Variante ohne Google-Dienste und Fully Kiosk Browser installiert. Fully ist Gerätebesitzer, damit kein System-Dialog und kein Update mehr dazwischenfunkt. Anzeige nie aus, Querformat, Drehung gesperrt, Animationen halbiert. Danach bleibt ein Gerät, das genau eine Seite zeigt und sonst nichts kann.

Helligkeit und Präsenz
Ein Paket in Home Assistant regelt die Helligkeit in drei Stufen. 230 bei Bedienung, 115 wenn jemand in der Küche ist, 15 wenn nicht. „Bedienung“ ist ein Helfer, den die Karte beim ersten Antippen einschaltet und der nach zwei Minuten von selbst zurückfällt. Präsenz kommt vom Bewegungsmelder der Küche. Das Tablet ist nie aus, es wird nur dunkel.
Neun Seiten, jede mit einem Satz
Links eine Leiste mit neun Punkten, rechts die Seite. Jede Seite beginnt mit einer Überschrift und einem Satz, der aus dem Zustand und den Zeitstempeln gebildet wird. „Der Backofen ist aus, beide Rollläden stehen offen, kein Licht an. Küche 20,9 Grad bei 57 Prozent Luftfeuchte.“ Diese Sätze sind der eigentliche Anspruch an das Tablet gewesen. Nicht weniger Text, sondern mehr Logik. Sie kommen ohne KI aus, sie sind Regeln, die aus Zuständen Deutsch machen.

Der Backofen ist per Home Connect angebunden. Läuft ein Programm, zeigt die Karte Programm, Zieltemperatur, Fortschritt und die Restzeit als „fertig gegen 18:40“. Bei „vorgeheizt“ und „fertig“ sagt das Dock Bescheid. Steht der Ofen, zeigt die Karte den letzten Zustand und ob das Innenlicht an ist.








Es klingelt
Der wichtigste Moment für ein Tablet in der Küche ist der, in dem es klingelt. Die Klingel ist eine UniFi-Türkamera, und ihr Klingelsignal steht in Home Assistant nur zehn Millisekunden an. Zu kurz, um es sauber zu erwischen, deshalb hört die Karte auf die Ereignis-Entität mit Zeitstempel. Klingelt es, legt sich das Kamerabild über die ganze Seite, ein Ton kommt aus dem Tablet, und rechts stehen drei Knöpfe. Tür öffnen, nur aufschließen, schließen. Das Bild bleibt eine Minute stehen, oder bis man es wegwischt, und beim Aufschließen bleibt es länger, damit man sieht, wer reinkommt.

Das Schloss ist ein SwitchBot Lock Pro. Es ist per Bluetooth lokal und über die Cloud als Rückfall angebunden, und mit dem Vorwärmen beim ersten Tipper dauert das Öffnen gemessene 0,3 Sekunden. Vorher waren es mehrere. Jede Aktion an Tür, Backofen und Heizung braucht am Tablet zwei Tipper innerhalb von vier Sekunden. Der erste zeigt „Nochmal antippen“, der zweite macht es. Das Tablet steht in einer Küche mit Kindern, und diese Regel hat sich bewährt.
Der Küchentimer, der die Steckdose kennt
Der Timer war zuerst nur im Browser der Karte. Nach jedem Neuladen war er weg, und das passierte öfter, als mir lieb war. Seit dem 24. September läuft er als Timer-Helfer in Home Assistant. Die Karte startet ihn über ein Skript und zählt nur die Anzeige herunter. Neu ist die Zeitschaltuhr. Ein Zigbee-Stecker in der Küche lässt sich mit dem Timer koppeln, dann geht die Steckdose beim Start an und beim Ablauf aus, für den Reiskocher, den Wasserkocher oder das Waffeleisen. Der Stecker bekommt beim Einschalten zusätzlich seinen eigenen Countdown, eine Minute länger als der Timer. Fällt Home Assistant in der Zeit aus, schaltet er sich trotzdem ab.


Sprechen und zuhören
Das Tablet hört auf „Okay Nabu“. Dahinter steckt die Voice-Satellite-Karte aus HACS, die im selben Dashboard läuft und das Mikrofon des Tablets an die Sprachpipeline von Home Assistant hängt. Weil das Mikrofon im Browser nur über HTTPS freigegeben wird, läuft das Tablet über meine externe Adresse und nicht über die lokale IP. Die Antworten kommen von meinem eigenen Sprachassistenten, der auf einem Server im Haus läuft und Folgefragen ohne erneutes Wegwort erlaubt. Das ist ein eigenes Thema für einen eigenen Artikel.
Ansagen laufen über ein Skript, das die Küche als Ziel kennt. „Essen ist fertig“, „In zehn Minuten gibt es Essen“ und eine Testansage sind Knöpfe auf der Medienseite, und dieselbe Ansage nutzen der Timer und der Backofen. Damit sind wir bei der größten Baustelle des Projekts.
Woran ich noch arbeite
- Das Dock spricht nicht. Der Lautsprecher im Dock ist ein Bluetooth-Lautsprecher, der die Verbindung erst annimmt, wenn man das Tablet abhebt und wieder auflegt. Danach ist er verbunden und aktiv, und trotzdem kommen Ansagen und der Timer-Ton aus dem Tablet-Lautsprecher. Android hält die eingebaute Ausgabe für die richtige. Das ist der Punkt, an dem ich am längsten gesessen habe, und er ist noch offen.
- Die Kiosk-Sperre ist aus. Fully kann das Tablet vollständig einsperren, ich habe es noch nicht gemacht, weil ich per Fernverwaltung noch zu oft dran musste.
- Die Zeitschaltuhr ist gerade nicht erreichbar. Auf dem Screenshot oben steht es so, weil der Stecker nach einem Stromausfall bewusst aus bleibt und noch nicht wieder eingeschaltet wurde.
- Der Ladekontakt. Am 17. September verlor das Dock um neun Uhr den Kontakt zum Tablet, das lief bis vier Uhr nachmittags leer. Seitdem wacht ein Paket über den Akku und meldet unter 50 Prozent ohne Ladung per Push und Ansage.
Wie es gebaut wurde
Zuerst gab es ein Mockup. Eine HTML-Datei mit dem Rahmen des Tablets, allen neun Seiten, drei Dialogen und drei Überlagerungen, mit echten Werten aus dem Haus vom Abend des 16. September. Daran habe ich entschieden, dass die Heizung eine eigene Seite wird und keine eingebettete Karte, dass die Leiste größer wird und dass die Küche grafischer sein darf, mit Fenstergrafik für die Rollläden und einem Bogen für den Backofen. Erst nach der Freigabe ist daraus die Karte geworden, in einem Abend zwischen 20 und 22 Uhr.
Die Karte ist eine Custom Card aus vier Dateien, gebaut mit Claude Code. Ein Build-Skript setzt sie zusammen, prüft die Syntax, kopiert sie in den Ordner von Home Assistant und setzt die Ressource mit neuer Version. Ein Prüfskript öffnet danach alle Seiten in einem echten Browser bei 1280 mal 800, und ein zweites steuert die Karte auf dem echten Tablet über einen Text-Helfer in Home Assistant und holt sich die Bildschirmfotos über Fully. Die Screenshots in diesem Artikel stammen aus dem Browser, verpixelt und mit gezeichnetem Rahmen. Die vom Gerät sehen genauso aus, mit einem Unterschied, das Tablet bleibt dabei in der Küche.
Für deine Küche
Die Küchen-Karte ist Teil des Downloads aus dem ersten Teil. Sie ist die Karte mit den meisten Feldern, 95 im Editor, und die meisten dürfen leer bleiben. Ohne Backofen fehlt die Backofenkarte, ohne Zeitschaltuhr läuft der Timer ohne Steckdose, ohne Wärmepumpe sagt die Heizungsseite, dass nichts eingetragen ist. Der Assistent schreibt dir den Timer, die Ansage und die beiden Helfer für Bedienung und Befehle ins Paket. Was du selbst mitbringen musst, ist ein Tablet, das nie aus geht, ein Kiosk-Browser und die Bereitschaft, ein paar Abende in die Sätze zu stecken, die zu deiner Küche passen.
Ehrlich gesagt. Von den vier Dashboards ist dieses am stärksten auf mein Haus zugeschnitten. Home Connect, SwitchBot, UniFi-Klingel, LG-Wärmepumpe. Die Karte kommt damit zurecht, wenn etwas fehlt, aber sie wird erst mit deinen eigenen Entitäten gut. Fang mit Licht, Rollläden, Timer und Ansage an, der Rest kommt. Die Einrichtung Schritt für Schritt steht im Wiki.
Was es gebracht hat
Das Tablet ist der Ort, an dem das Haus mit uns redet. Es sagt, wann das Essen fertig ist, es zeigt, wer vor der Tür steht, und es erklärt in einem Satz, warum die Wärmepumpe gerade lädt. Das kleine Drehdisplay davor konnte das auch, nur hat es niemand gelesen.
Zwei Tipper und ein Server, der sich erinnert. Das sind die zwei Regeln, die aus einem Bildschirm ein Werkzeug gemacht haben.
ITSWEBER Dashboards herunterladen
Assistent, vier Karten, zwei Themes und Paket in einem ZIP. Kostenlos für den privaten Einsatz, ohne Konto, ohne Telemetrie.
Zum Download Teil 1 lesenScreenshots vom 26. September 2026 aus meinem System bei 1280 mal 800 Pixeln, Kamerabilder, Gesichter, Entfernungen und Aufenthaltsorte verpixelt, Geräterahmen gezeichnet. Die Karte, das Paket und die Prüfskripte wurden mit Claude Code gebaut, die Entscheidungen zu Dock, Zweifach-Tipper und Timer-Steckdose sind meine, die Sätze auf den Seiten auch.
