UniFi Dream Machine Pro: Warum ich AVM verlassen habe und wo das Setup heute steht

UniFi Dream Machine Pro: Warum ich AVM verlassen habe und wo das Setup heute steht

Über zwanzig Jahre Computer und IT, und trotzdem hat mich das eigene WLAN jahrelang genervt. Verbindungsabbrüche, träges Roaming, Geräte, die sich einfach nicht verbinden wollten. 2022 habe ich den Schnitt gemacht und bin von AVM auf Ubiquiti UniFi mit einer Dream Machine Pro umgestiegen. Dieser Artikel erzählt, warum, wie der Umstieg gelaufen ist und was aus dem Setup vier Jahre später geworden ist.

Die Ausgangslage mit AVM

Wie viele bin ich lange bei AVM geblieben. Eine FritzBox 6591 Cable am Kabelanschluss, dazu nach und nach drei Fritz 1200 Mesh-Repeater, alle per Cat7-Kabel angebunden, um die typischen Probleme von Funkrepeatern zu vermeiden. Die FritzBox ist ein guter Router, daran gab es nie Zweifel. Ich bin gerne in einem Ökosystem geblieben, weil alles aus einer Hand einfacher zu pflegen ist.

Das Ergebnis war ordentlich, aber nicht gut. Verbindungsabbrüche blieben, das Roaming zwischen den Repeatern hakte, und bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten wurde alles zäh. Unser Haus ist aus Stahlbeton, das macht es keinem WLAN leicht. Mit jedem neuen Smart-Home-Gerät wurde es schlimmer, und irgendwann waren es über achtzig Clients.

Der Wechsel zu UniFi

In Fachforen und Facebook-Gruppen tauchte immer wieder Ubiquiti auf, vor allem die Access Points hatten einen guten Ruf. Ich habe nicht lange getestet, sondern direkt die Dream Machine Pro bestellt, obwohl man die für UniFi-Access-Points gar nicht zwingend braucht. Ein Controller auf einem Raspberry Pi oder in Docker hätte auch gereicht. Ich wollte aber Router, Firewall und Controller in einem Gerät und die Option, später Kameras über UniFi Protect zu betreiben.

Dazu kam zunächst ein einzelner Access Point, ein nanoHD. Nach der Einrichtung habe ich WLAN-Tests gefahren, und der Unterschied war sofort spürbar. Keine Abbrüche mehr, das Roaming lief sauber, und alle IoT-Geräte haben sich ohne Zicken verbunden. Kurz darauf kamen zwei UAP-AC-Lite dazu, um AVM komplett abzulösen, und ein unbenutzter älterer AP Pro von Kleinanzeigen. Der hatte zwar schon End-of-Life-Status, ließ sich aber problemlos adoptieren und lief ohne Einschränkungen mit.

Die Sache mit dem doppelten NAT

Ein Problem gab es am Anfang doch. Die FritzBox 6591 blieb als Kabelmodem im Spiel, und damit hatte ich zwei Router hintereinander. Doppeltes NAT sorgt für Ärger bei Portfreigaben, VPN und allem, was von außen erreichbar sein soll. Damals habe ich einen eigenen Artikel dazu angekündigt, der nie geschrieben wurde. Das Thema hat sich inzwischen von selbst erledigt, denn die FritzBox 6591 arbeitet heute nur noch als Kabelmodem im Bridge-Modus, und die UDM Pro bekommt die öffentliche IP-Adresse selbst.

Warum die UDM Pro und nicht etwas anderes

Es gibt teurere Enterprise-Lösungen und günstigere Alternativen wie pfSense oder OPNsense auf eigener Hardware. Mit OPNsense auf einem Mini-PC hast du bei den Firewall-Regeln vielleicht mehr Freiheit, brauchst aber trotzdem Switches und Access Points mit eigenem Management. Bei UniFi ist das Ökosystem der eigentliche Vorteil. Switches, Access Points, Firewall, VPN, Traffic-Analyse und Kameras laufen über eine Oberfläche. Kein Jonglieren mit fünf verschiedenen Admin-Interfaces.

Die UDM Pro bringt dafür einen 10-Gigabit-SFP+-Port für WAN und einen für LAN mit, acht Gigabit-Ports, einen Einschub für eine Festplatte für UniFi Protect und genug Leistung für IDS/IPS bei Gigabit-Anschlüssen. Für ein ambitioniertes Homelab ist das der Sweet Spot zwischen Preis und Können.

Was aus dem Setup geworden ist

Die erste Fassung dieses Artikels endete mit dem Versprechen, in weiteren Beiträgen auf Netze, Firewall und SSIDs einzugehen. Das ist inzwischen passiert, und das Netz sieht heute deutlich anders aus als 2022.

  • Die UDM Pro ist weiterhin das Herzstück, mittlerweile mit zwei WAN-Anschlüssen im Failover.
  • Dazu kommen ein 16-Port-PoE-Switch im Rack mit SFP+-Uplink, drei weitere Managed Switches im Haus und sechs Access Points, darunter inzwischen auch Wi-Fi-6- und Wi-Fi-7-Modelle.
  • Das flache Netz von damals ist Geschichte. Heute laufen zehn VLANs mit eigenen Adressbereichen, von Management über IoT, Kinder und Gäste bis zu Kameras, Docker und VMs.
  • Die Firewall arbeitet zonenbasiert nach dem Prinzip Default Deny. Nur was explizit erlaubt ist, darf kommunizieren.
  • UniFi Protect läuft auf der UDM Pro und versorgt die Kameras rund ums Haus, das Kamera-VLAN hat keinerlei Internetzugang.
  • DNS läuft über AdGuard Home mit Unbound dahinter, ausgehende DNS-Anfragen an fremde Server sind gesperrt.

Die Details dazu stehen in eigenen Artikeln, etwa zum VLAN-Setup, zum Gast-WLAN mit Captive Portal und zu Zeitplänen und Sperren für Geräte und Netze.

Was ich heute anders machen würde

Nicht viel, ehrlich gesagt. Die UDM Pro hat in vier Jahren nie ernsthaft Ärger gemacht. Ubiquiti hat seitdem Nachfolger wie die UDM SE mit PoE-Ports und die UDM Pro Max mit mehr Leistung nachgelegt. Für mein Setup reicht die Pro weiterhin aus, und die Software-Updates kommen für alle Geräte gleich. Wer heute neu einsteigt und ohnehin PoE für Kameras und Access Points braucht, sollte sich die SE anschauen, das spart einen Switch. Beim Rest würde ich denselben Weg gehen, nur früher mit VLANs anfangen statt erst, wenn achtzig Geräte in einem Topf liegen.

Fazit

Der Umstieg auf die UniFi Dream Machine Pro war die Entscheidung, die mein Heimnetz von einem Dauerärgernis in etwas verwandelt hat, über das ich nicht mehr nachdenken muss. Stahlbeton, große Familie, an die dreitausend Smart-Home-Entitäten und zwei Server im Rack, das alles läuft heute stabil über eine Oberfläche. Die Investition hat sich 2022 gelohnt und tut es 2026 immer noch. Wenn dein WLAN dich regelmäßig zur Weißglut bringt und du bereit bist, dich in ein neues System einzuarbeiten, ist UniFi eine ernsthafte Empfehlung.

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